Joachim WEISSENBERGER
Künstlervita in Kurzform
- 1965 geboren in Schweinfurt (Bayern)
- 1988 – 93 Hochschule für Kunst und Medien Hannover
- 2004 – 06 Steinbeis STI Media Management Berlin, Mailand, New York
- Seit 2008 Freier Maler und Grafiker
Techniken: Ölmalerei, Zeichnung, Mischtechnik
Ausstellungsverzeichnis
Einzelausstellungen
- 2009 V. Expertengespräch Biotechnologie Frankfurt
- 2009 Austro-Arab Chamber of Commerce Wien
- 2010 Kreissparkasse Miltenberg – Obernburg
Gruppenausstellungen
- 2010 Kunstmagazin Artlas Zülpig
- 2011 Galerie Diana Achtzig Berlin, Preisträger Kunstwettbewerb 2010
- 2011 Kunstforum Würzburg
- 2011 33. Internationale Kunstausstellung des Kunstvereins Hollfeld (Nominee)
- 2011 Kulturspeicher Idstein
- 2011 2. Jurierte Ausstellung des Kunstvereins Kulmbach e.V. (Nominee)
- 2012 Bergen Kultursenter, Norwegen
- 2012 Kochsmühle Obernburg
Ständige Präsenz
- 2010 Crossart, Köln
- 2011 Artclub Galerie, Köln
Zitat Galeristin Diana Achtzig, Berlin:
„... Bayerischen Maler Joachim Weissenberger und sein Gemälde „Blauer Esel“ (Öl auf Leinwand, 60 x 80 cm). Das Bild erzählt in kräftigen fröhlichen Farben die Geschichte eines blauen Esels, der in einem Stadion steht, das von einer Häuserzeile umgeben ist. Es ist Nacht. Auffällig ist der Lichteinfall, denn die Lichtquelle bleibt verborgen: Das Licht scheint gleichsam von außerhalb auf die Szenerie. Die gegenständlichen Inhalte des Bildes sind in Türkis- und Gelbtönen gehalten, die Schatten hingegen in einem kühleren Grün-Blau. Das Bild hat etwas Unmittelbares und nimmt den Betrachter sofort durch seine überbordende Lebendigkeit gefangen. Der Künstler selbst beschreibt es als „Traumbild“, das er genauso umgesetzt hätte, wie er es empfangen hätte. So erinnert das Bild an die kreativen Versuche der Surrealisten und ihre Technik der „écriture automatique“, die durch die spontane und unmittelbare Umsetzung von Traumbildern eine Darstellung des Unbewussten erreichen wollte.“
Zitat des Künstlers:
„Die voranschreitende Technisierung unseres sozialen Umfeldes und unserer Lebensrealität entfernt uns zunehmend von uns selbst. Es entsteht ein Vakuum, welches wir schwer mit Worten beschreiben können und durchaus deutlich wahrnehmen. Dieses Vakuum bedrängt mich ständig. Es ist wie der Keller in einem Haus – man räumt da ständig Dinge rein, die man nicht mehr gebrauchen kann. In diesem Keller arbeitet es aber ständig, die Dinge geraten in Bewegung und wollen festgehalten werden. Malen ist für mich auch Therapie. Schlimm wird es meistens dann, wenn sich die richtige Stimmung nicht einstellt und ich während des Malens feststellen muss, dass ich meinen Keller lieber zugeschlossen hätte ...“
Zitat des Künstlers über den Arbeitsprozess:
„Vorzeichnungen mache ich fast nie, die Formen entstehen direkt auf der weißen Leinwand – ein leeres Zimmer oder ein Raum, den es einzurichten gilt. Klassische Klavier- oder Streichermusik (Sibelius, Rachmaninoff, Grieg) versetzt mich zuverlässig und ritualhaft immer in die richtige Stimmung – Zeit und Raum sind vollkommen ausgeblendet. 5 bis 7 Stunden dauert eine Session immer, wobei ich nie ein Problem mit der leeren weißen Leinwand habe. Sie ist wie ein Nichts (das mich nicht ängstigt), wie ein unbestellter Boden, eine Projektionsfläche oder -raum, aus dem organische Formen emporsteigen oder zu Beginn noch nicht sichtbar unter der Oberfläche lauern und abwarten, entdeckt zu werden. In diesem Augenblick steige ich hinab in ein Bassin oder in einen Pool und sammle Formen ein. Den rechten Winkel gibt es nicht, alles ist in Bewegung und im Fluss! Es sind sehr intime Bilder, oft mit Schnittflächen und unvollständig. Bruchstücke, die einmal zu einem größeren Ganzen gehörten, welches nun wieder rekonstruiert wird. Von diesen Teilen kann der Betrachter dann wieder Rückschlüsse auf die ursprüngliche Form ziehen – Zeit, Vergangenheit und Gegenwart haben auf diese Einzelteile eingewirkt und sie so zurückgelassen.
Die Bilder sind meistens nach 3 - 4 Sitzungen fertig, das optimale Format ist 100 cm breit und 120 cm hoch. Dieses Format unterstützt das freie und unbeeinflusste Einwickeln der Formen am besten – Querformate drängen mich zu stark in eine Landschaftsmetapher: Vordergrund und Horizont, darüber offener Himmel. Einige Bilder werden nie fertig, das sind ca. 1/3 der Arbeiten. Früher habe ich diese meistens zerstört heute bin ich weniger radikal und hebe sie auf. Diese dienen dann als abschreckende Beispiele von Sitzungen, die ich nicht rechtzeitig abgebrochen habe.“